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Ökologische Begleitforschung am Offshore-Testfeldvorhaben „alpha ventus”

Umweltverträglichkeit

Gewöhnlicher Schweinswal (Phocoena phocoena)

Der Trianel Windpark Borkum liegt im sogenannten Vorranggebiet für Windenergie, welches vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in den Raumordnungsplan übernommen wurde. Das Vorranggebiet umfasst den Bereich nördlich von Borkum und umfasst eine Gesamtfläche von 542 km2. Der Trianel Windpark Borkum umfasst eine Fläche von 56 km².

Das Areal liegt in der Nähe von dem FFH-Gebiet Borkum Riffgrund. Durch die Umweltverträglichkeitsuntersuchungen im Rahmen des Raumordnungsplanes für die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ), ist man zu dem Ergebnis gekommen, dass die Errichtung von Windenergieanlagen unter der Berücksichtigung schadensbegrenzender Maßnahmen keine erheblichen Schutz- und Erhaltungsziele des FFH-Gebietes haben wird.

Während der Windpark-Bauphase kommt es allerdings zu kurzfristigen Belastungen der Meeresfauna und -flora. Verursacht werden diese durch Geräusche und Sedimentaufwirbelungen bei der Errichtung der Fundamente (Tripods) und bei der Verkabelung am Meeresboden. Durch die Aufwirbelung der Sedimente kommt es unter anderem zu periodischer Eintrübung des Wassers. Durch die Geräusche, die bei der Befestigung der Tripods entstehen, kann es auch zu Beeinträchtigungen in der Nähe sowie in der Ferne des Windparks kommen. Durch das Medium Wasser kann sich der Schall gut ausbreiten. Es kommt, auf Tageszeiten begrenzt, zu einer erhöhten Lärmbelastung unter Wasser. Da alle Belastungen nicht durchgängig sind, sind keine nachhaltigen Störungen für Fische, Schweinswale, Robben und Seehunde zu erwarten. Es kann sein, dass sich einige Bewohner am Meeresgrund durch die kurzfristigen Aufwirbelungen von Sedimenten bei der Befestigung der Tripods gestört fühlen. Eine dauerhafte Schädigung oder gar Verdrängung von Lebewesen ist großräumig aber auszuschließen. 

Insgesamt kann man sagen, dass die Beeinträchtigungen der Säugetiere, Fische, Vögel und Lebewesen am Meeresgrund bei der Errichtung des Windparks kurzfristig und nur geringfügig sind. Durch die hohe Mobilität der Säugetiere und Fische kommt es zudem zu einer räumlichen und zeitlichen Verteilung der Arten in der Nordsee. Beispielsweise legen Schweinswale bis zu 58 km am Tag zurück. Die Aufzuchtgebiete der Jungtiere befinden sich primär in küstennahen Gewässern, es sind vor allem die Gebiete westlich von Sylt.

Kegelrobbe bei Helgoland (® Andreas Trepte)

Das Verbreitungsgebiet der Kegelrobben ist schwerpunktmäßig an den britischen Küsten zu finden. Einige Wurf- und Ruheplätze befinden sich an den Sandbänken im Wattenmeer (vor Amrum und Helgoland). Auch diese Art wird, wenn überhaupt, nur während der Bauphase behindert. Generell ist anzumerken, dass vor allem die Befischung der Nordsee, Öleinträge, die Sand- und Kiesgewinnung sowie das Einleiten von Schadstoffen die Hauptgefährdungsfaktoren für den Lebensraum Nordsee darstellen.